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Studie: „Newsfluencer“ erreichen junge Menschen mit Nachrichtenthemen

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Um sich zu informieren, greifen die Menschen hierzulande auf die unterschiedlichsten Nachrichtenquellen zurück – das zeigen die aktuellen Ergebnisse des renommierten Reuters Institute Digital News Report 2026 für Deutschland.

Das Internet gilt weiterhin als wichtigste Nachrichtenquelle Erwachsener mit Internetzugang. Es folgen Nachrichtensendungen im Fernsehen mit 41 Prozent. Dabei spielt jedoch auch das Alter eine Rolle: So nannten fast drei Viertel der jüngsten Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen (72 Prozent) ein Online-Angebot als wichtigste Nachrichtenquelle, bei den Befragten ab 55 Jahren gaben 60 Prozent das lineare Fernsehen als ihre Hauptquelle für News.


Soziale Medien als wichtigste Newsquelle im Internet

Soziale Medien stellen wie auch in den Jahren zuvor die wichtigste Nachrichtenquelle im Internet dar. Insgesamt kommen 36 Prozent der Befragten regelmäßig mit Newsinhalten in sozialen Medien in Kontakt, mehrheitlich werden sie jedoch seit Jahren ergänzend zu anderen Quellen genutzt. Bei den jungen Menschen nehmen soziale Medien als Informationsquelle jedoch eine besondere Bedeutung ein: Für 17 Prozent der 18 bis 24-jährigen sind sie die einzige Quelle, über die sie mit News in Kontakt kommen. Interessant: Trotz der voranschreitenden Etablierung von generativen KI-Chatbots werden diese wenig genutzt, um sich zu informieren. Nur rund fünf Prozent der Befragten gaben an, sie in der vergangenen Woche als Nachrichtenquelle verwendet zu haben. Die Nutzung ist bei älteren (2 Prozent) wie auch bei jungen Menschen (8 Prozent) gering.

Zu den am meisten für Nachrichten genutzten sozialen Medien zählen insgesamt WhatsApp (23 Prozent) vor YouTube (22 Prozent) und Facebook (21 Prozent). In der jungen Altersgruppe führt hingegen Instagram (52 Prozent) vor YouTube (28 Prozent) und TikTok (23 Prozent).


Newsfluencer versus klassisches Nachrichtenangebot

Insgesamt kamen jeweils 13 Prozent der Befragten mit Nachrichten über Content Creator in Kontakt, die sich hauptsächlich oder manchmal mit Nachrichten befassen. Diese „Newsfluencer“ bzw. News Creator spielen in Bezug auf die Nachrichtenvermittlung besonders bei jungen Menschen eine große Rolle: Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 30 beziehungsweise 28 Prozent, die sich zum Nachrichtengeschehen über diese Quellen informieren. Über die Altersgruppen hinweg geben zehn Prozent der Nutzenden von Newsfluencern, die sich hauptsächlich mit Nachrichtenthemen befassen, an, dass dies alle ihre Nachrichteninteressen abdeckt.

Doch womit punkten die Newsfluencer-Persönlichkeiten bei den jungen Menschen?

Rund die Hälfte der Befragten in dieser Altersgruppe nimmt sie im Vergleich zu klassischen Nachrichtenmedien als unterhaltsamer und leichter verständlich wahr. 40 Prozent halten sie für authentischer, 34 Prozent können sich stärker mit ihren Inhalten identifizieren. Als vertrauenswürdiger als klassische Nachrichtenmedien bewerten sie dagegen nur 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen.


Fazit: Als Personenmarke zu Nachrichtenthemen Vertrauen aufbauen

Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger im Fachjournalismus und beim professionellen Veröffentlichen liegt in der Bedeutung von News Creator für junge Menschen eine Chance: Eigene Formate wie Podcasts, Blogs, Newsletter oder Videos können komplexe Themen verständlich und nahbar vermitteln. Wer als Personenmarke Nachrichteninhalte veröffentlicht, sollte jedoch von Anfang an Vertrauen aufbauen. Dazu gehören sorgfältige Recherche, transparente Quellen, gründliche Faktenchecks sowie die klare Trennung von Nachricht, Meinung und Werbung. Auch ein offener Umgang mit Fehlern und eine authentische Kommunikation auf Augenhöhe stärken das Vertrauen der Community in die eigene Arbeit.

Für die deutsche Teilstudie wurden im Januar 2026 rund 2.000 Internetnutzerinnen und -nutzer ab 18 Jahren befragt. Das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut verantwortet diese als Kooperationspartner des Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford.


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