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Studie: Medienmarken als „Anker“ in der Informationsflut

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Welche Rolle spielen Medienmarken in Zeiten von mit KI erstellten Inhalten und der Ausbreitung von Desinformation? Und wie sieht der Journalismus der Zukunft aus? Diesen Frage widmete sich das Research-Institut Marketagent im aktuellen „Journalist*innenbarometer 2026“. Grundlage der Studie sind die Angaben von rund 580 Medienschaffenden aus der DACH-Region.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Desinformation wird von den Befragten als zentrales Problem wahrgenommen. 90 Prozent sehen algorithmische Verzerrungen in sozialen Netzwerken als einflussreich für die öffentliche Meinungsbildung an, 88 Prozent nennen Fake News als bedeutenden Faktor. Nahezu alle Befragten (96 Prozent) geben zudem an, dass sich das Problem der Desinformation in den vergangenen fünf Jahren verschärft hat. Rund zwei Drittel bewerten die Auswirkungen als gesellschaftlich zerstörerisch, während etwa ein Drittel zugleich auch erneuernde Effekte erkennt.

Zudem sind mit rund 97 Prozent nahezu alle Befragten der Ansicht, dass die Unterscheidung zwischen verlässlichen und manipulierten Informationen für das Publikum zunehmend schwieriger wird. 72 Prozent glauben außerdem, dass KI die Glaubwürdigkeit in journalistische Inhalte langfristig gesehen untergräbt. 68 Prozent erwarten darüber hinaus, dass sich Medienmarken in einer von KI geprägten Informationswelt stärker differenzieren werden.


Orientierung und Vertrauen: Marken gewinnen an Bedeutung

Als „Orientierungsanker“ in der schwer überschaubaren Informationsflut werden in diesem Zusammenhang jedoch Medienmarken wahrgenommen: 77 Prozent der Befragten denken, dass die Marke eines Mediums wichtiger wird als bisher. Mehr als 60 Prozent sind der Ansicht, dass sich das Publikum künftig sogar an bekannten und etablierten Medienmarken am stärksten orientieren wird, um zwischen verlässlichen und manipulierten Informationen zu unterscheiden. Danach folgt die Orientierung an einzelnen Medienschaffenden beziehungsweise publizistischen Persönlichkeiten sowie der eigenen Medienkompetenz und Erfahrung.

Auch in der journalistischen Praxis beobachten viele Befragte eine steigende Bedeutung von Medienmarken für das Vertrauen des Publikums. 69 Prozent sehen in Marken ein wichtiges Vertrauenssignal, während 31 Prozent dieser Einschätzung eher nicht zustimmen. Dennoch glaubt nur knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) an eine tatsächliche Renaissance klassischer Medienmarken.


Künftige Qualitätsmerkmale des Journalismus

Gefragt nach den zentralen Anforderungen an den Journalismus der Zukunft, nennen 49 Prozent vor allem Orientierung im Informationsüberfluss. 47 Prozent halten Transparenz über Quellen und Arbeitsweisen für entscheidend. 45 Prozent gehen davon aus, dass investigativer Journalismus künftig eine besonders wichtige Rolle spielen wird. Ebenfalls häufig genannt wurden eine tiefere Einordnung statt schneller Nachrichten (43 Prozent) sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit KI (40 Prozent).

Als besonders zukunftsfähige Inhalte erachten die Befragten in erster Linie einordnende Hintergrundformate und Erklärstücke (47 Prozent) vor verlässlichen Faktenchecks und Verifikationsformaten (44 Prozent). In der Folge wurden unterhaltende und ablenkende Formate (43 Prozent) sowie tief recherchierte journalistische Beiträge (43 Prozent) vor personalisierten Kurzformaten (35 Prozent) genannt.


Fazit

Für Journalismus-Studierende und Berufseinsteigende unterstreichen die Ergebnisse die wachsende Bedeutung von Einordnung, Verifikation und Transparenz beim journalistischen Arbeiten. Neben handwerklichen Grundlagen gewinnen Kompetenzen im Umgang mit KI, Recherchemethoden und Faktenprüfung somit weiter an Bedeutung. Ebenso wichtig bleibt die Fähigkeit, komplexe Themen verständlich und glaubwürdig aufzubereiten. Denn Journalistinnen und Journalisten werden künftig nicht nur Informationen vermitteln, sondern verstärkt Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Informationslandschaft bieten.


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